Wolfgang Graczol Intendant

Liebe Freunde des Taeter-Theaters,

vor der Sommerpause verabschieden wir uns mit vier Eigenproduktionen, die jeweils ein Mal gezeigt werden.
Den Beginn macht Patrick Süskinds Komödie Der Kontrabaß, die Benjamin Hille in der Rolle eines Orchestermusikers von der traurigen Gestalt Spielfutter in reichem Maß bietet. Seine Haßliebe zu seinem sperrigen Instrument und seine auf- flammende Leidenschaft für eine zarte Sängerin besänftigt er mit viel Löschwasser in Form von Bier.

In Valentiniaden sehen Sie Brettlkunst vom Feinsten. Anne Steiner-Graczol und Wolfgang Graczol lassen uns einen Blick in Karl Valentins absurde Alltagssituationen werfen, in denen sie sich an Schauplätzen wie Küche, Gericht, Spukschloß, Ehebett und Tiergarten, um nur einige zu nennen, auseinandersetzen und wieder zusammmenraufen. Ein Theaterabend für die ganze Familie.

Tags darauf, am Sonntag, den 8. Juli, verwandelt sich Anne Steiner-Graczol in die leidenschaftlich leidende Tragödienfigur Elektra in Hugo von Hofmannsthals gleichnamigem Stück. Barbara Kosariszuk als Klytämnestra belegt durch ihr Spiel Nähe und Ferne zu Elektra. Hier ringen ein Fleisch und Blut, Mutter und Tochter, um das Erbe einer blutigen Tat, die beider Leben verdunkelt.

Am 13./14./15. Juli gastiert bei uns „Der Club der Generationen“, eine Spielinitiative der Städtischen Bühne mit George Orwells „Die Farm der Tiere“. ( http://www.theaterheidelberg.de/?events=die-farm-der-tiere-13-07-2018-2000 )
Nach langer Unterdrückung durch den Menschen wagen die Tiere den Aufstand und übernehmen die Macht über die Farm. »Alle Tiere sind gleich!« wird zum Leitspruch der Revolution. Doch bald schon zeigt sich, dass einige Tiere gleicher zu sein scheinen als andere.
George Orwell zeichnet mit seiner Parabel »Animal Farm« von 1945 ein kritisches Abbild einer Gesellschaft und wirft damit Fragen auf, die wohl niemals an Aktualität verlieren werden. Seine zynische Botschaft: Die soziale Revolution kann nicht gelingen. Denn der Mensch ist ein Schwein.

Am Samstag, den 21. Juli erleben wir Barbara Kosariszuk in einer ganz anderen Rolle. Mit viel Esprit bringt sie uns in ihrem musikalisch-literarischen Tucholsky Leben und Wirken dieses großen Humoristen rezitierender und singender Weise näher, begleitet von Werner Ziegler am Akkordeon.

Das letzte Wort behält wieder einmal Der Herr Karl in der Satire von Merz/Qualtinger. Ein kleiner Gelegenheitsarbeiter erzählt im Magazin eines Lebensmittelgeschäftes sein Leben. Er hat sich mit echt Wiener Charme und Schmäh durch die „schwere Zeit“ der 30er-, 40er- und 50erjahre laviert. Kam mit Roten, Schwarzen, Nazis, Russen und Amis gut aus und wußte auch, wie man sich im richtigen Augenblick aus Amouren herausstiehlt…

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen

Ihr

wolfganggraczol