Wolfgang Graczol

Wolfgang Graczol Intendant

Liebe Freunde des Taeter-Theaters,

Das Heidelberger Taeter-Theater auf dem Landfriedarreal geht in diesem Sommer wieder an die freie Luft. Gespielt wird von der Rampe aus, die zum Eingang führt. Das Publikum sitzt im Hof davor auf etwa 50 – 60 Stühlen im Abstand von 1 ½ Metern.
An der Theaterkasse, die sich ebenfalls im Hof befinden wird, kann man sich desinfizieren. Gesichtsmasken können, wenn man seinen Platz eingenommen hat, abgenommen werden.
Soviel zum Prozedere, nun zu unserem Programm. Gleich viermal können Sie im August dem Autor Franz Kafka begegnen. Zwei seiner Erzählungen wurden von uns für die Bühne eingerichtet, Das Urteil, ein traumatischer Vater-Sohn-Konflikt und „Elf Söhne“ in dem ein Vater seine Söhne einer verbalen Vivisektion unterzieht. „Elf Söhne“ ist das Mittelstück aus unserem Abend Klassisches von Goethe, Kafka, Lessing, der mit dem Vorspiel auf dem Theater aus Goethes „Faust“ beginnt und mit der „Ringparabel“ aus Lessings „Nathan der Weise“ endet.
Der Herr Karl von Merz/Qualtinger und Valentiniaden von Karl Valentin gehören zu den humoristischen Stücken unseres Programms. Ebenso zwei Lesungen, in denen die Autoren mit scharfem Witz sich an Gott und der Welt und an den katastrophalen Dummheiten, die die Notsituation eines Krieges hervorrufen, abarbeiten. Im Pamphlet: Die Briefe Satans von Mark Twain erweist sich der Teufel, anders als Gott, als der wahre Humanist.
Für das Weltkriegsdrama Die letzten Tage der Menschheit mußte der Autor Karl Kraus viel einstecken, nachdem er aber auch viel ausgeteilt hatte. In einem Bonmot sagt Kraus über sich: „Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt.“
Zwei Gastspiele komplettieren unser Augustpro- gramm. Das „Astoria-Terzett“ präsentiert am Sonntag, den 15.08., „Evergreens aus der heimischen Musikkiste“, die sich als wahre Schatztruhe erweist. Ohrwürmer aus den 1960er-Jahren, von „Rote Lippen soll man küssen“ über „Marina“ bis zum „Itsy bitsy teenie weenie Honolulu Strandbikini“.
Es spielen und singen: Beate Lesser (Gitarre), Karl Schramm (Gitarre) und Gigu Neutsch (Kontrabass), der mit diversen Italienisch-Einlagen für besonderes Urlaubsflair sorgt. Achtung: Mitsingen ist mittlerweile wieder erlaubt und ausdrücklich erwünscht!
Die Heidelberger Kleinkunstgröße Barbara Kosariszuk, begleitet von dem Akkordeonisten Werner Ziegler, bringt am Samstag, den 28.08. ihren musikalisch-literarischen Ringelnatzabend: Die Leute sagen immer, die Zeiten werden Schlimmer. Die Zeiten bleiben immer, die Leute werden schlimmer.
Dem ist nichts hinzuzufügen!

Gute Unterhaltung bei unserem
reichen Kulturangebot wünscht Ihnen
Ihr

Wolfgang Graczol

P.S. Wir hoffen, dass Thalia bei Zeus, der als oberster Gott auch für das Wetter zuständig ist, ein gutes Wort für uns einlegt.