Gastspiel des Theaters „Oberschwaben-Bodensee“

am 16. Mai 2015, um 20.00 Uhr

Die Erde ist aus dem Sphärentakt geraten. Schuld daran sind die Menschen. Krieg, Terror, Stress und Not auf der einen Seite – Spekulantentum, explodierende Börsengewinne auf der anderen Seite. Die Planeten des Sonnensystems beschließen, die Erde von den Menschen zu säubern und entsenden einen Kometen zur Vernichtung. Wir erleben also die letzten dreißig Tage der Menschheit. Wie reagieren die Regierungen und die Menschen auf die bevorstehende Katastrophe? Wird die Menschheit überleben?

Der vom Nazi-Deutschland in Buchenwald getötete junge österreichische Dramatiker Jura Soyfer (1912-1939) schildert in 12 grellen Bildern mit Musik – ganz im Stil des alten Wiener Volksstückes eines Nestroy oder Raimund – aber immer kabarettistisch frech gebrochen und in heller Voraussicht der historischen Ereignisse, sein unvergleichliches Lied auf die Erde…

18 Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern in raschen Bildwechseln die Szenenfolge. Wie der sich der Erde langsam nähernde Komet verdichtet sich der Fokus, werden Macht und Ohnmacht sichtbar und in immer schnelleren Wechseln bis zum vermeintlichen Ende geführt.

Das Theater Oberschwaben Bodensee (18 hungrige, theaterpädagogisch ausgebildete Amateur-Schauspielerinnen und Schauspieler) wurde 2013 mit dem deutschen Amateurtheaterpreis „amarena“ ausgezeichnet. In seiner neuen Produktion unter der Regie des Heidelbergs Wolfgang Mettenberger und dem Musiker Ingo Schlüchtermann (Neckargemünd) hat sich das Ensemble in einführenden Workshops und einem speziellen Körpertraining dem Stoff genähert und ihn in vielseitiger Weise umgesetzt. Hauptrolle ist beim „TOB“ immer das Ensemble, das auch in dieser Produktion mit über 100 wechselnden Kostümen im Mittelpunkt steht, Bühnenbilder darstellt und einmal mehr Theater als Gesamtkunstwerk begreift.

Pressestimmen

Unter dem Titel „Packende und skurrile Endzeitvision“ schreibt der „Südkurier Friedrichshafen“ am 02.02.2015: „…Die Schauspieler sind das Bühnenbild. – Dies wiederum erfordert ein hohes schauspielerisches Können und starke Bühnenpräsenz. Die Akteure vom „Theater Oberschwaben Bodensee“ beweisen, dass sie dazu in der Lage sind. Sie ziehen alle Register und identifizieren sich mit ihren Rollen fast bis zur Selbstaufgabe…Dem Erfolg dieser Aufführung liegt in erster Linie die findige Inszenierung Mettenbergers zugrunde. Soyfer hat Wort-, Dialogwitz und Situationskomik so genial miteinander verwoben, dass es dem Stück die Schwere nimmt…“