Vorwort

Elvira Köhler und Stefan Strasser in "Tantchen und ich"

Elvira Köhler und Stefan Strasser in "Tantchen und ich"

Liebe Freunde des Taeter-Theaters,

am 31. Januar 2012 jährt sich zum 25. Mal die Eröffnung des Taeter-Theaters in der Tabakfabrik Landfried. Das gibt uns Gelegenheit, bei einem Fest zurück zu blicken, zu danken und mit szenischen Kostproben auf kommende Produktionen hinzuweisen. Im Anschluß an diese Rück- und Ausblicke ist das Publikum zu einem festlichen Mahl geladen, bei dem man das Glas auf die Taeter und deren Taten erheben kann. Der Eintritt für diese Festveranstaltung, die wir am Freitag, den 3. und Samstag, den 4. Februar wiederholen, beträgt € 6,-, das entspricht dem Eintrittspreis unserer Eröffnungspremiere vor 25 Jahren. „Möge die Übung gelingen“ war der Geleitspruch zu jeder artistischen Darbietung in André Hellers Revue „Begnadete Körper“; – das gilt nicht nur für unser Jubiläumsfest, sondern für jede Theateraufführung im Januar.

Den Beginn macht Patrick Süskinds “Der Kontrabaß” mit Benjamin Hille, der als verkannter Orchestermusiker ein furioses komödiantisches Solo hinlegt, voll verzweifelter Auflehnung gegen sein Schicksal und voll zarter, aber auch fordernder Liebe zu einer jungen Sängerin, die von den Gefühlsturbulenzen des Mannes aus der hinteren Orchesterreihe noch gar nichts weiß.

In “Valentiniaden”, einem humoristischen Szenenabend aus der Feder des genialen Tiefsinnblödlers Karl Valentin wandeln Wolfgang Graczol und seine Frau Anne Steiner-Graczol auf Valentins und Liesl Karlstadts Spuren durch die absurde Welt alltäglicher Situationen, deren Tücken, wie es so schön heißt, im Detail stecken.

Stefan Strasser und Elvira Köhler geben in Morris Panychs schwarzer Komödie “Tantchen und ich” einen schusseligen Neffen und eine schweigsame Tante, die trotz schwieriger Kommunikation schließlich auf anrührende Weise zueinander finden. Wer am Silvesterabend keine Karten mehr für diese Aufführung ergattern konnte, kann sie nun – ohne Knallerei um unser Theater herum – genießen.

Nur zweimal im Januar, am Sonntag, den 15. und am Sonntag, den 22. bringe ich meine szenische Interpretation von Franz Kafkas “Das Urteil” und zeige die Abgründe vermeintlicher Unschuld und albtraumartiger Schuldzuweisung, die aus einem Verurteilten den selbst-vergessenen Vollstrecker dieses Urteils machen.

Gute Unterhaltung bei unseren theatralischen Übungen wünscht Ihnen
Ihr
wolfganggraczol



Wolfgang Graczol

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